Podcast Folge 9: Zusammen sein

Keine Sorge: Dieser Teil der Männer und Frauen-Trilogie ist tatsächlich der Letzte!

Love-Hotels, Verzicht auf körperliche Nähe, Frauen als Weihnachtstorte – Zum Abschluss des Themenblocks analysiert Sushi & Bratwurst japanische Beziehungen und Ehen, auch die Eigene…

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3 Antworten auf „Podcast Folge 9: Zusammen sein“

  1. Ein sehr schönes Themen-Triptychon, so viel Inhalt!

    Mit vornehmlich noch Teil 3 im Ohr kommt mir in den Sinn, dass das Konzept der romantischen Liebe nicht nur in Japan sondern schon auch in unseren Breiten verhältnismäßig jung ist. Zur Norm erhob sie die Liebesheirat erst Ende des 19. Jahrhunderts… ein Zusammenleben, ein Zusammen-tun, um ein größeres, vor allem im Sozialgewirk stabileres Konstrukt für alle zu erschaffen, mag heute (in „modernen“ Gesellschaften) nicht mehr unbedingt so notwendig sein, wobei es aber sicherlich die Ausnahme ist, wenn jemand ganz bewusst wirklich komplett „alleine“ leben möchte. Ich kann mir aber vorstellen, dass sich dieser Trend fortsetzt. Trotzdem glaube ich, dass der pragmatische Aspekt einer Ehe nach wie vor Hauptgrund einer solchen ist – überall – und damit einhergehend die zu besetzenden Rollen (traditionell: Mann geht auf die Jagd, Frau pflegt Nachwuchs, sozusagen…).

    Dass das in Japan mit dem „innen-außen“-Begriff so deutlich beim Namen genannt wird, das wusste ich tatsächlich nicht. Passt aber perfekt ins Bild – Japan benennt oft genug, was bei uns unausgesprochen ein abstraktes Problemfeld bleibt, das man besser ignoriert.
    Die „endlich Ehefrau“-Position ist zweifellos nach wie vor so populär, weil sie Stabilität mit sich bringt, Struktur und Ordnung, eine klare Rolle und deutliche Funktion in der Verbindung, ganz genau, wie die des „endlich Ehemann“. Eine sinnvolle, pragmatische Einteilung, an der man sich gut orientieren kann – man ist sozusagen aufgeräumt, kennt seinen Platz. Und ja, das ist ganz sicher nicht nur in Japan so.

    Dass nun die Scheidungsrate im Pensionsalter so hochschnellt, hängt damit zusammen, verbunden mit den aktuellen gesellschaftlichen Strukturen wie eben etwa der extremen Natur japanischer Arbeitswelt: der Ehemann war fast nie zu Hause, was soll die Hausfrau mit diesem „Fremden“ anfangen, der nun plötzlich die jahrzehntelang eingefahrene Heim-Struktur übern Haufen wirft? Das ist leider, wie ich finde, durchaus nachvollziehbar, dass allerdings über die Jahre hinweg für die Zeit nach diesem (wohl erwarteten) Bruch Geld abgezwackt wird, ist… nun ja, man möchte zynisch meinen, doch auch nur allzu menschlich, nicht wahr?

    Das mit dem „nichts ansprechen müssen“, blind verstehen, quasi Gedanken lesen können, also das ist ganz sicher auch nicht Japan-exklusiv. Und übrigens, Andi, zum Betrügen gehören immer zwei! ; )

  2. Vielen Dank für den umfassenden Beitrag!

    Bei den Pensionären habe ich tatsächlich mehr die männliche Seite wahrgenommen. Aber Du hast völlig recht: Das System Familie und Haushalt steht dann meist seit vielen Jahren. Und da ist der Mann oft nur mehr Störfaktor.

    Jetzt überlege ich gerade angestrengt, was ich da wohl übers Betrügen gesagt habe…? Ohne die Folge noch mal gehört zu haben würde ich auch diese Aussage natürlich unterschreiben.

    1. Halb so wild, an einer Stelle bildete ich mir nur die Aussage-Tendenz ein, im Zweifel betrögen Männer ihre Frauen (aber ob ebenso umgekehrt blieb außen vor…) und ließ mich zu dieser spontanen Sitze hinreißen. Natürlich soll das unter keinen Umständen implizieren, ich würde erwarten, dass jeder Satz in einem komplexen Podcast profund abgewogen werden sollte, bevor er ausgesprochen wird, und schon gar nicht aus dem Zusammenhang gerissen hingeklatschte Kommentare ; ) (…wie gut, dass es Zwinker-Emoticons gibt!)

      Was vielleicht eine interessante Frage sein könnte zu deiner, Haruka, persönlichen Situation bei eueren Besuchen der Familie in Japan, wenn praktisch deine Rolle als temporäre „Haushaltshilfe“ erwartet wird: mit welchen Konsequenzen müsstet ihr wohl rechnen, wenn ihr euch „weigern“ würdet, bzw. ob wohl eine Reduzierung dieser Rolle möglich wäre, ohne die geltenden Konventionen vor den Kopf zu stoßen? Ich weiß, dass die Idee an sich schon ein Affront wäre, aber wäre hier in euerem Fall Verständnis zu erwarten?
      Hypothetisch! Bitte bloß nicht antworten auf solche persönlichen Fragen!

      Was war noch, ach da war so viel! Ich frage mich, ob sich denn tendenziell eine Entspannung der Arbeitswelt-Umstände abzeichnet bezüglich schierer Zeit – weniger im Betrieb, mehr zu Hause? Ich weiß, dass da große Unzufriedenheit herrscht, aber wir wissen ja auch, wie zäh sich Gesellschaften ändern…

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